Lasst uns (eine) Geschichte schreiben

Die liebe Provokrokant hat ein kleines Twitterprojekt gestartet: Wir schreiben zusammen Geschichte. Eine Fortsetzungsgeschichte, um genau zu sein. Das Prinzip ist dabei schnell erklärt: Sie denkt sich die Grundpfeiler einer Geschichte aus, ich schreibe dort weiter, wo sie aufgehört hat, der oder die nächste schreibt dort weiter, wo ich aufgehört habe und so weiter. Was am Ende dabei herauskommen wird, wissen wir selbst noch nicht und genau das macht es so spannend. Die Reihenfolge und anderen teilnehmenden Blogs verlinke ich euch am Ende dieses Beitrags. Also dann, lasst uns (eine) Geschichte schreiben…

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Hier geht’s zu Kapitel 1: Provokrokant.

Kapitel 2

Am nächsten Morgen konnte Fiona kaum glauben, was gestern auf der Party passiert war. Sie setzte sich auf, streckte sich kurz und sah dann auf ihr Smartphone. Sieben verpasste Anrufe von Marleen, zwei von Chris. „Na prima“ , dachte sie. Es war wohl doch nicht nur ein Traum. Für einen ganz kurzen Moment hatte sie noch Hoffnung. Fiona stand auf und zog sich die flauschigen Socken über, die sie im letzten Jahr zu Weihnachten bekommen hatte. Schlaftrunken und durstig schlich sie um ihr Bett herum zur Tür – der Alkohol hatte seine Spuren hinterlassen. Als sie die Zimmertür öffnen wollte, war diese verschlossen. Aus Angst vor der Konfrontation mit ihren Mitbewohnern hatte sie sich gestern direkt in ihrem Zimmer eingeschlossen, es aufgrund all der Erlebnisse des Vortags jedoch verdrängt. Vorsichtig drehte sie den Schlüssel, als sie plötzlich jemanden über die alten Holzdielen im Flur der Altbauwohnung laufen hörte. Jemand verließ gerade die Wohnung. Sie wartete kurz, bis sie das Schloss der Wohnungstür hörte und verließ dann vorsichtig ihr Zimmer. „Keiner da. Ein Glück…
In der winzigen WG-Küche durchsuchte Fiona den Kühlschrank nach etwas Essbarem. Ihr Magen knurrte und sie brauchte unbedingt etwas, um den Alkohol abzubauen. Viel gab der Kühlschrank nicht her, also entschied sie sich für Rühreier mit etwas Schinken, der seit einem Tag abgelaufen war. Studentenleben eben. Während das Ei in der Pfanne bruzelte, warf sie erneut einen Blick auf ihr Smartphone. Eine Nachricht ihrer Oma: „Ruf mich an. Wir müssen reden.“ Fuck. Das fertige Essen füllte sie auf einen Teller, schnappte sich im Vorbeigehen an der Speisekammer noch eine kleine Flasche Wasser und begab sich zurück in ihr Zimmer. Sie wählte Omas Nummer.

Fiona, mein Schatz! Ich mache mir Sorgen um dich. Was ist gestern passiert?“
Ich war mit ein paar Freunden aus. Warum fragst du?“
Du hast deine Fähigkeit eingesetzt, habe ich recht?
… woher weißt du das? Halt, nein, sag jetzt nicht, du hast meine Gedanken gelesen.
Kind, eine Großmutter spürt so etwas. Und ich habe deine Gedanken gelesen.
Über 600 km Entfernung?!

Fiona schluckte. Wo ist die versteckte Kamera? Träumte sie noch immer?

Zu geliebten Menschen besteht eine besondere Verbindung, unabhängig von der Entfernung. Das geht nicht einfach so mit jedem Menschen.
Warum wundert mich das überhaupt noch? Herrje. Ja, ich war unsichtbar und alle haben es gesehen.
Du meinst, alle haben nichts gesehen.
Ja, alle haben gesehen, dass sie nichts gesehen haben. Bist du zufrieden? Scheiße, ich wünschte, ich könnte das kontrollieren.
Aber das kannst du, Fiona. Denk doch nach: In welchen Situationen bist du verschwunden?
… unter Aufregung? Wut?
In emotionalen Situationen. Starke Gefühle helfen dir, deine Fähigkeit zu kontrollieren. Versuche, gezielt an sehr emotionale Momente in deinem Leben zu denken und den Gedanken wieder loszulassen, wenn du wieder auftauchen möchtest. Probiere es aus. Ich muss jetzt auflegen, dein Opa und ich wollen einkaufen fahren.
Das war das seltsamste Gespräch aller Zeiten. Ich hab dich lieb, Oma.
Ich dich auch. Ach, und noch etwas: Nachts sind unsere Kräfte am stärksten. Pass auf dich auf, mein Kind.

Sie legte auf. Konnte das wirklich wahr sein? Wenn starke Gefühle helfen … Fiona kam eine Idee. Sie packte ihre Tasche nur mit dem Nötigsten und wartete, bis es draußen dunkel wurde. Da sie ohnehin den halben Tag verschlafen hatte, ließ die Dunkelheit nicht lang auf sich warten. Bis es so weit war, kuschelte sie sich zurück in ihr Bett und verbrachte den Tag mit weiteren Kapiteln in ihrem Buch. Dann endlich, nach dem achten Kapitel, begann die Dämmerung. Fiona zog sich schnell ein Sommerkleid und ihre Jeansjacke über, ehe sie in ihre Dr. Martens schlüpfte und die Wohnungstür hinter ihr schloss. „Seltsam“ , dachte sie, denn noch immer war niemand in der WG. Sie lief die alten, quietschenden Treppen hinab und öffnete mit Schwung die Eingangstür, als ihr eine frische Brise entgegen wehte. Die Luft war sehr mild und für den Spätsommer noch warm. Von ihrer Heimat war Fiona es nicht gewohnt, dass stets ein bisschen Wind durch ihr rotes Haar wehte, wenn sie durch die Straßen lief. In Kiel hatte sie noch nicht einen windstillen Tag erlebt.
Sie wanderte von ihrer Straße aus entlang am Studentenwohnheim und dem alten Botanischen Garten, den sie so sehr liebte. Eine Freundin, deren Onkel von hier kam, hatte ihr diesen empfohlen und nachdem Fiona vor einigen Wochen die Schlüssel ihres WG-Zimmers ausgehändigt bekommen hatte, hatte sie sich mit einem Eis auf eine Bank hier gesetzt. Sie blickte mit Freude auf diesen Ort. Die Sonne war allmählich untergegangen und sie betrat den Garten durch eine Pforte. Hier sollte es emotional genug sein, da war sie sicher. Vorsichtig lief sie an den großen Bäumen und Büschen entlang. Der Mond war hell genug, sodass sie alles gut einsehen konnte. Sie war allein. Behutsam setzte sich Fiona auf die Bank, auf der sie bereits vor einigen Wochen gesessen hatte. Sie dachte an das Gefühl, das sie zu diesem Zeitpunkt hatte. Das Glück, die Schlüssel in den Händen zu halten. Die Erleichterung, endlich anzukommen und fern von der Heimat zu sein. Die Vorfreude auf ihren Neuanfang – doch nichts geschah. Waren ihre Erinnerungen nicht emotional genug? Sie wurde wütend. „Starke Gefühle also, ja? Ich kann verdammt noch einmal keine Wut kanalisieren und Freude ist anscheinend auch nicht genug. Ich kann das einfach nicht! Scheiße.“ Wenn nur alle Gefühle so deutlich spürbar und selbst erzeugbar wären wie ein Orgasmus. Sie dachte nach. „Es wäre doch nicht … oder doch?

Sie versuchte sich zu entspannen und lehnte sich auf der Bank zurück. Vorsichtig schob sie ihr Kleid ein Stückchen ihre Oberschenkel hinauf. Da sie sich nur schnell etwas überzogen hatte und es für wärmer hielt als es tatsächlich um diese Zeit noch war, hatte sie auf Unterwäsche verzichtet. Behutsam streichelte sie mit ihren langen, dünnen Fingern ihre Labien entlang. An ihrem Damm angekommen, spürte sich, dass sie noch nicht sehr feucht war. Fiona lutschte daher kurz ihre Finger nass, um dann endlich in langsamen, aber bestimmten kreisenden Bewegungen ihre Klitoris zu massieren. Alle paar Minuten kommt eine kleine Windböe, die ihre mittlerweile feuchte und im Mondlicht glänzende Vulva abkühlte. Als sich ihre Erregung steigerte, stellte Fiona einen Fuß auf die Bank, um so die Beine besser spreizen zu können.
Die ganze Situation machte sie zwar sehr an, doch genügte das nicht für einen Orgasmus. Schon früh hatte sie zu sehr extremen Szenarien masturbiert und der letzte kleine Kick fehlte, um sie über den Punkt zu bringen, an dem es kein zurück mehr gibt. Als der Wind die Blätter der umstehenden Bäume zum Rascheln brachte, öffnete sie die Augen und bemerkte, dass weiter entfernt im Garten drei junge Männer unterwegs waren. Studenten, wie sie annahm. Nun wollte sie es wissen. Schnell stand Fiona auf, legte ihre Jeansjacke beiseite und zog ihr Kleid aus. Einzig ihre Schuhe behielt sie an. Sie setzte sich wieder auf die Bank und spreizte provokativ die Beine, ehe sie weiter mit Nachdruck ihren Kitzler streichelte. Entweder ihr Plan würde funktionieren – oder drei ihr fremde Männer werden sie gleich beim Masturbieren auf einer Bank am Abend erwischen. Der Gedanke beschämte sie. „Was mache ich hier eigentlich?“ , dachte Fiona, doch da hörte sie schon die Schritte der drei Männer näher kommen. Einer von ihnen hatte einen kleinen Hund dabei, den sie vom Weiten noch nicht gesehen hatte. Jetzt war ihr die ganze Geschichte unangenehm. „Was ist, wenn der mich erwischt? Was ist, wenn die mich sehen?
Die Chancen, dass es funktionieren würde, standen schlecht, doch sie ließ sich nicht abbringen. Auf eine unerklärliche Art und Weise kickte sie sogar der Gedanke, gleich vor drei jungen Männern gesehen zu werden, während sie kommt. Es war… aufregend. Sie spürte das Adrenalin durch ihre Adern schießen, wie ein deutliches Netzwerk, das mit Strom gespeist wurde. Die Männer kamen näher. Gleich würden sie um die Ecke kommen und sie sehen – oder eben nicht. Als die Schritte nur noch wenige Meter von der Bank entfernt waren, zog sich Fionas Körper zusammen. Sie kam. Ein intensiver Orgasmus explodierte in ihrem Körper und es kostete sie all ihre Kraft, nicht laut zu sein, als die drei Männer um die Ecke kamen. Alle sahen in ihre Richtung, doch sie konnte sich nicht helfen, ihr Körper zuckte unerbittlich weiter – und der Fakt, dass die Männer ihr zusahen, machte sie zu ihrer Überraschung nur noch mehr an. „Guck mal, hier hat einer seine Schuhe vergessen“ , lachte einer der drei, ehe sie vorbeigingen. Fiona schluckte, als ihr Höhepunkt langsam abebbte. Die drei Männer schienen durch sie hindurch zu sehen. Es hatte funktioniert, sie war unsichtbar.

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Und so geht die Geschichte weiter:

Kapitel 3:  Dämonenlehrling

Kapitel 4: Crimson Silk

Kapitel 5: Martin Mundorf

Kapitel 6: JoyFull117

Kapitel 7: PeachBlack

Kapitel 8: Needie

3 Kommentare zu „Lasst uns (eine) Geschichte schreiben

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