Sascha (23)

Nach Monaten sexueller Abstinenz, schien meine Konzentration sich endgültig verabschiedet zu haben. Jede Tätigkeit fiel mir schwer und jede Zelle meines Körpers lechzte nach Befriedigung. Ich brauchte es. Zufälligerweise stolperte ich im Internet über einen alten Freund von mir: Sascha. Ich hatte vor kurzem von seiner Trennung erfahren und dachte mir, auch er könnte ein wenig Abwechslung gebrauchen. Also schrieb ich ihm.

Sascha und ich hatten uns schon immer sehr gut verstanden. Er freute sich direkt über die Nachricht von mir und lud mich zu sich nach Hause ein. „Wow, ich war lange nicht mehr hier“ , entgegnete ich, als er mir die Tür öffnete. Er lachte nur, umarmte mich herzlich zur Begrüßung und nahm mir meine Jacke ab. Will er nur nett sein oder fängt er direkt an zu flirten? Das Haus gehört seinen Eltern. Es ist recht groß und pompös eingerichtet. Beim ersten Anblick der Dusche im Obergeschoss kam mir damals der Gedanke, wie viele Menschen für einen Gangbang wohl dort hineinpassen würden. Wir gingen die Treppe nach oben ins Schlafzimmer.

Wir hatten uns zuvor darauf geeinigt, endlich mal wieder etwas zusammen trinken zu wollen. Er hatte Wodka, Orangensaft und Waldmeisterschnaps besorgt. Ganz schön viel für zwei Personen, dachte ich. Tatsächlich leerten sich die Flaschen aber sehr schnell. Wir unterhielten uns über seine Trennung, sein neues Studium, seine neuen Freunde und auch über seine Sommer-Affäre mit einer amerikanischen Erasmus-Studentin. „Wir haben uns auf einer Party kennengelernt. Diese Frau wollte ständig Sex, das war ich von meiner Ex überhaupt nicht gewohnt.“ Ich musste lachen. „Das höre ich auch oft.“ Dieser Satz schien sein Interesse geweckt zu haben. Plötzlich änderte sich schlagartig die Stimmung im Raum. „Ich hab eine Idee. Wie wäre es mit ‚Wahrheit oder Pflicht‘, um der guten alten Zeiten Willen?“ Ich schmunzelte und fand es erst ein wenig albern, aber dann dachte ich mir, warum eigentlich nicht.

Nachdem der komplette Wodka geleert war und auch der Waldmeisterschnaps sich dem Ende zu neigte, war das allerdings kein ‚Wahrheit oder Pflicht‘-Spiel der herkömmlichen Art. Wir nutzten eine App und die hatte es ganz schön in sich. Ich begann, er las. „Küsse den Mitspieler, der dir gegenüber sitzt – mit Zunge.“ Eigentlich küsse ich nicht gern ohne Gefühle, aber der Alkohol nahm mir die Hemmungen und so tat ich ohne zu zögern, was das Spiel verlangte. Der Kuss war für meinen Geschmack viel zu nass, das kann aber auch daran gelegen haben, dass wir beide völlig betrunken waren. „Jetzt du.“ Er drückte auf den Button der App. „Lasse dir von einem Mitspieler mit einem Gürtel den Arsch versohlen.“ Ich konnte nicht verhindern, dass sich ein großes böses Schmunzeln über meinem Gesicht ausbreitete. „Nee, komm. Du musst das nicht machen“ , sagte er vorsichtig. „Ich möchte aber und bestehe darauf“ , herrschte ich ihn an. Es folgten zehn Schläge auf seinen Hintern. Mit jedem Schlag ließ ich den Gürtel fester auf sein Gesäß knallen. „ZÄHL!

Komm zur Sache!

Dieses App-Spielchen spielten wir eine Weile, immer im Wechsel. Schließlich zog ich das goldene Los. „Strip zu einem Song deiner Wahl – bis auf die Unterhose.“ Ich schluckte. Das bedeutete, mein BH würde fallen und ich würde in nichts als meinem Höschen vor ihm stehen, wie auf einem Präsentierteller. Ich trug ein halb-durchsichtiges Höschen aus schwarzer Spitze. Was soll’s, dachte ich – it’s showtime! Ich bewegte mich sinnlich zur Musik und ließ Stück für Stück jedes meiner Kleidungsstücke zu Boden fallen. Das Ausziehen der Hose gestaltete sich als schwieriger als gedacht. Ich legte mich also lasziv auf das Bett und ließ meine Hüften quälend langsam aus der engen Jeans kreisen. Es war die perfekte Choreografie. „Gott, wie heiß du aussiehst“ , raunte er. Noch ehe die Musik vorbei war, packte er mich und drückte mich aufs Bett.

Meine Güte, war ich betrunken. Er hatte mir mein Höschen ausgezogen, ohne dass ich es bemerkte. Ich zuckte kurz zusammen, als ich es sah. „Sorry, ich wollte nicht… wenn du nicht möchtest, ist das okay.“ Und wie ich will! Er begann mich zu lecken. Schnell und fordernd, aber nicht merkwürdig, sondern wohl wissend, was er da tut. Seine Zunge erinnerte mich ein wenig an einen Hund. Auch die Nässe des Kusses vorhin fand sich in dieser Metapher wieder.

Ich drehte mich auf den Bauch und noch ehe ich dort angekommen war, zog er mich zu sich ran. Er drang schnell und unvorsichtig in mich ein. Dabei stieß er so schnell und kräftig, dass seine Kraft und sein Körpergewicht mich unweigerlich in die Kissen drückten. Ich bekam kaum Luft. Zwischen jedem Stoß versuchte ich meinen Kopf zu heben, doch es gelang mir nicht immer. Das war es, hier werde ich wohl sterben, dachte ich. Sein Schwanz war deutlich kleiner und dünner als ich es von anderen gewohnt war, was bei den heftigen Stößen durchaus ein Vorteil war. Seine Art mich zu ficken war beinahe wie eine Besessenheit, die er nicht bändigen konnte. Als wäre es ein innerer Trieb, wie bei einem Hund und so fühlte es sich auch an – als würde ich gnadenlos von einem Hund gefickt werden, ohne Kompromisse. Er kam schnell und für meinen Geschmack zu leise, ich hätte ihn gern gehört. Schließlich ließ er von mir ab und ich holte tief Luft. Ich glaube, dieser Fick war eine Erlösung für ihn.

Fazit: Der Sex war durchschnittlich, vielleicht sogar weniger als das. Er war ziemlich egoistisch. Die zwei Minuten, die er mich geleckt hat, hätte er sich auch schenken können. Der Sex war sehr kurz und ließ mich nach einem schnellen Orgasmus seinerseits recht enttäuscht zurück.

5 Kommentare zu „Sascha (23)

  1. Es ist wie es ist. Manche sind nur auf ihren eigenen Orgasmus fixiert.
    Wiederum wenn ich anderen einen Höhepunkt verschaffe ohne selber gekommen zu sein, werde ich auch schief angesehen. Aber der Reiz bei mir lag schon immer in der Befriedigung des Partners, nicht meiner eigenen. Es ist, wie es ist😉

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